Modellprojekt Theater

Modellprojekt Theater

Modellprojekt Theater

Das Albert-Einstein-Gymnasium möchte mit diesem Modell eine wichtige Facette gymnasialer Allgemeinbildung erweitern, stärken und seinen Schülern ermöglichen, in der Schule kulturelle Bildung am und mit dem eigenen Leib erleben zu können. Durch die feste Einbindung von Theater in allen Jahrgangsstufen wird nicht nur ein wesentlicher pädagogischer Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und damit zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler geleistet, sondern auch eine Form der ästhetischen Bildung nachhaltig in die Lebenswelt der Schüler integriert.
Die Teilnehmenden erwerben und erweitern theaterästhetische Handlungskompetenzen in folgenden Bereichen:

  • Theater verstehen und wissen
  • Theater gestalten
  • Theater reflektieren
  • An Theater teilhaben

Die Schülerinnen und Schüler werden von ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet (Staatsexamen im Darstellenden Spiel).

Das Projekt in Kurzfassung

Jgst. Theater spielen Theater schauen Theater machen
5-6 Eine Theaterklasse
2 Wochenstunden Theater (im Klassenverband)
7-10 Theater als Wahlfach (min. eine Theatergruppe) Ein jährlicher Theaterbesuch mit Vor- und Nach-bereitung (ab Jgst. 9) (Einbindung in den reg. Fachunterricht) Technikteam (Licht/Ton)
Aufbauteam
Foto- / Filmteam (Audio-/ Videoschnitt)
Q11 u. Q12 Wahlprofilfach Theater und Film
Theater als Thema in einem P-Seminar
Kooperation mit Theaterklasse
Mindestens ein jährlicher Theaterbesuch mit Vor- und Nachbereitung (im Fach Deutsch)
Fakultativ: in anderen Fächern wie z. B. Englisch
Theater als Thema im W-Seminar (Aufführungsanalyse)
Lehrertheater
Wahlprofilfach Bühnengestaltung
P-Seminar „Film“

Mit dem Konzept werden im Einzelnen folgende Bildungsziele verbunden:

Theater spielen: ästhethische Praxis

Die Theaterklasse (entsprechend dem Modell einer Bläser- oder Streicherklasse) der 5. und 6. Jgst. fördert das soziale Lernen und unterstützt beim Übergang auf das Gymnasium die Entwicklung eines gesunden Klassenklimas.
Schlüsselqualifikationen wie z. B. Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Durchhaltevermögen werden durch das gemeinsame Theaterspiel besonders ausgebildet. Grundlage des Unterrichts bildet der Jahresplan für das Fach Theater für die Jahrgangsstufe 5/6 (http://www.isb.bayern.de/download/12674/jahresplan_theater__5_6_.pdf).

Schon in der Unterstufe findet der Theaterunterricht als handlungs- und erfahrungsorientierter Projektunterricht statt, der als Ziel eine ganzheitliche und fächerübergreifende Erarbeitung eines theatralen Produkts (Aufführung) hat und der durch die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Kunst maßgeblich auf die Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen Einfluss hat.
Da der Unterricht im Klassenverband stattfindet, ergeben sich die Vorteile konstant und vertiefend mit einer gleichbleibenden Gruppe über mehrere Jahre hinweg arbeiten und die Kinder in ihrem künstlerischen Entwicklungsprozess begleiten zu können.
In der Theatergruppe der Mittelstufe können die erworbenen Kenntnisse wie darstellerische Grundlagenarbeit, Rollenarbeit, dramaturgische Bearbeitungsweisen von Stücken, Grundzüge der Regie in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft vertieft werden. Gerade der „Schon- und Spielraum“ Theater bietet den Jugendlichen die Chance sich mit dem Eigenen und Fremden auseinanderzusetzen, mit ihrer Identität zurechtzukommen und ihre Persönlichkeitsbildung weiter zu fördern. Dabei gestalten die Schüler durch jahrgangsübergreifendes, interdisziplinäres und fächerübergreifendes Zusammenarbeiten Schulkultur und Schulleben mit.

In der Qualifikationsstufe können im Rahmen des Wahlprofilfachs „Theater und Film“ theatrale Grundlagen ausgebaut und im künstlerischen Schaffensprozess und der künstlerischen Produktion erweitert werden. Auf diesem Weg können die erzielten Leistungen auch Eingang in die Abiturnote finden (Inhalte und Anforderungen vgl. http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=27144).

Eine Kooperation zwischen Oberstufenschülerinnen und –schülern mit der Theaterklasse ist dabei sinnvoll und kann gut umgesetzt werden (Die „Großen“ erarbeiten mit den „Kleinen“ Grundlagen oder gestalten gemeinsam eine Performance).
Im Rahmen eines P-Seminars mit einem bestimmten Schwerpunkt wie bspw. „Site specific theatre“ bietet sich die Möglichkeit, ein künstlerisches größeres Projekt im Team zu erarbeiten und durch den Kontakt und die Zusammenarbeit mit externen Partnern (z.B Theaterpädagogen, Dramaturgen…) zu entwickeln.

Theater schauen: ästhetische Lesefähigkeit

Ab der Jgst. 9 bis zur Q12 wird für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend jährlich ein Theaterbesuch durchgeführt, der im Deutschunterricht vor- und nachbereitet wird. Aspekte der Aufführungsanalyse und Möglichkeiten der Reflexion werden systematisch erarbeitet, die Teilhabe am kulturellen Leben durch die gemeinsamen Theaterbesuche erleichtert. Durch die Wahrnehmung und Rezeption von Theater werden kulturelle und ästhetische Bildungsprozesse angestoßen und gefördert.
In der Oberstufe kann dies durch die Teilnahme an einem W-Seminar zur Aufführungs- und Inszenierungsanalyse weiter vertieft und auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden, indem Bezüge zu theater- und literaturwissenschaflichen Arbeitsweisen hergestellt sowie künstlerische Prozesse wie bspw. Dramaturgie und Regie näher gebracht werden.
München bietet mit seinen großen Theaterhäusern und vielen kleinen Bühnen ausreichend Möglichkeiten mit externen Theaterpädagogen, Dramaturgen und Theaterfachleuten in Kontakt zu kommen und die Reflexion über Theater zu vertiefen. Weitere Kontakte bspw. an die LMU München sind darüber hinaus angestrebt.
Innerhalb der Schule motiviert das „Lehrertheater“ Schüler, Eltern und Kollegen Theater als festen Bestandteil des Schullebens und als gemeinschaftsstiftendes Erlebnis der Schulfamilie zu erleben.

Theater machen: ästhetische Begleitung

Mehrere Gruppen und Kooperationen der Mittel- und Oberstufe unterstützen nachhaltig die ästhetische Bildung an der Schule. Die fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen Theater und Kunst / Musik zeigt sich durch die Kooperation mit dem Wahlprofilfach „Bühnengestaltung“ und dem P-Seminar „Film“. Ein Schüler-Technikteam wird in Licht- und Tontechnik ausgebildet und eine weitere Gruppe ist zuständig für Foto- oder Filmaufnahmen sowie Audio- und Videoschnitt (hier zeigen sich Möglichkeiten das Theaterprojekt und das Projekt „Referenzschule für Medienbildung“ sinnvoll miteinander zu verknüpfen).